Pressespiegel

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Börsenprofessor gründet Fonds

20.07.2008

Selten wagen Wissenschaftler den Sprung von der Theorie in die Praxis. Professor Christof Helberger hat es getan. Nach Forschung und Lehre an der Technischen Universität Berlin managt er seit Jahresanfang die beiden Fonds H2Progressive und H2Conservative."


Von Jörg Billina

Neu ist ihm die Investmentwelt aber nicht. Helberger hat als privater Vermögensverwalter mehr als 20 Jahre den Aktienclub „Sankt Peter“ gemanagt und erzielte für die dort investierten Anleger zwischen 1988 und 2007 eine Rendite von 863 Prozent. Der Dax schaffte im selben Zeitraum ein
Plus von 510 Prozent.

Euro am Sonntag Online: Der Kopf entscheidet“ lautet der Slogan der von Ihnen gemanagten Fonds. Was steckt dahinter – und was unterscheidet Ihre Arbeit von der anderer Fondsmanager?
Christof Helberger: Klassischerweise existieren zwei Arten von Managementstilen. Die Manager, die auf Datenbank und Software als Basis ihrer Entscheidung setzen, werden als die „systematischen Manager“ bezeichnet; jene die einer persönlichen Analyse und einem eigenen Research vertrauen nennt man dagegen „diskretionäre Manager“ – in der Realität ein Managementstil, der hauptsächlich aus „dem Bauch“, aus der Lebens- und Arbeitserfahrung heraus, umgesetzt wird. Die H2-Fonds werden primär analytisch auf der Basis einer fundierten wissenschaftlichen Struktur gemanagt. Mehr Kopf als Bauch eben.

Welche praktischen Erfahrungen besitzen Sie im Bereich der Vermögensverwaltung?

Bereits seit Beginn der achtziger Jahre beschäftige ich mich mit Hilfe eines wissenschaftlichen Analyseansatzes mit der Optimierung von Investmentportfolios. Seit knapp zwanzig Jahren manage ich einen Aktienclub, der so etwas wie die Keimzelle meiner praktischen Investmentarbeit ist und seit den Neunzigern stelle ich meine Kenntnisse Kunden und Unternehmen in breiterer Form zur Verfügung. Eine Zeit, in der ich tief greifende Erkenntnisse über optimierte Investmentprozesse gewinnen konnte, die ich nun als Erfahrungsschatz in die H2Fonds einfließen lasse.

Nur wenigen Vermögensverwaltern und Fondsmanagern gelingt es, den Markt zu schlagen. Das von Ihnen zu verantwortende Performance- Ergebnis des Aktienclubs St. Peter liegt bei 863 Prozent. Damit haben Sie den DAX klar geschlagen? Wie ist die Outperformance zu erklären?
Im Lauf dieser 20 Jahre, in denen der von mir initiierte Aktienclub besteht, gab es so viele unterschiedliche Situationen an den Wertpapiermärkten, dass es schwer fällt, eine allgemeine Regel zu formulieren. Immer wieder war es erforderlich, dazu zu lernen und sich schnell auf neue Situationen einzustellen. Dies ist mir vielleicht besser geglückt als anderen.
Im Übrigen habe ich von Beginn an einen Anlagestil praktiziert, der mir als Wirtschaftswissenschaftler berufsbedingt vorgegeben war: Anlageentscheidungen habe ich grundsätzlich unter Ausschöpfung aller verfügbaren Informationen rational und wissenschaftlich, das heißt aufgrund fundamentaler Analyse getroffen.
Dabei habe ich – was für einen Volkswirt natürlich nahe liegt – die Makroebene, Konjunktur, Zinsen, Wechselkurse, Wirtschaftspolitik ebenso versucht zu beruücksichtigen, wie die Mikroebene, das heißt Unternehmens und Branchenanalysen. Zudem verzichte ich grundsätzlich auf hektisches Hin- und Herspekulieren, sondern bevorzuge langfristige, strategisch ausgewählte Investitionen.

Wie wichtig ist das Timing?
„Markt-Timing“ gehört zum unverzichtbaren Instrumentarium in der Vermögensverwaltung. Daher baue ich auf eine hohe Barquote, wenn es nach meiner Markteinschätzung ratsam erscheint. Wichtig ist, dass die Anleger darauf vertrauen können, dass der Verwalter und Fondsmanager
Verluste verhindert, bzw. deutlich eingrenzt. Viele Fondsmanager scheuen sich vor solchen Entscheidungen und fahren ihre Fonds mit sehr niedrigen Barreserven und hohen Investitionsquoten, weil sie auf diese Weise Timing-Fehler vermeiden wollen.

Welche Ziele verfolgen die H2Fonds?
Die wichtigste Eigenschaft von Wertpapierfonds im Zeitalter der Abgeltungssteuer ist Flexibilität. Diese Anforderung erfüllen die H2Strategiefonds zu 100 Prozent. Denn nur wenn ein Fonds hinsichtlich der Anlagemöglichkeiten und der Anlagepolitik hoch flexibel alle sich in Zukunft ergebenden Anlagechancen nutzt und Risiken aus dem Weg gehen kann, ist der Fonds als Daueranlage geeignet.

Es gibt zwei H2Fonds? Wo liegt der strategische Unterschied zwischen diesen Produkten?
Der H2Progressive hat eine risikooptimierte Outperformance zu den europäischen Aktienmärkten zum Ziel während der H2Conservative eine risikokonservative Outperformance im Vergleich zu den Euro-Bondmärkten anvisiert. Im Fokus des H2Progressive-Fonds stehen in der Regel
Kapitalanlagen in Aktien deutscher Unternehmen.
Im Fokus des H2Conservative-Fonds stehen risikoarme, möglichst sogar kapitalgarantierte Anlagen, die aber gleichwohl die Aussicht auf attraktive Renditen bieten. H2Conservative ist bestens geeignet für Anleger mit einem deutlich konservativeren Risikohintergrund. Dies wird schon an der Wahl der Mittel deutlich. Neben einem geringen Anteil an Direktinvestitionen in
Aktien, dominieren Bonus- und Discountzertifikate sowie innovative kapitalgesicherte Anlagen. Der H2Conservative darf maximal 33 Prozent in Aktien-, Hedge- und Immobilien orientierte Werte investieren. Der Rest liegt sicher in Renten- und Geldmarktanlagen.

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